Fangen wir endlich an zu arbeiten, statt uns ständig unnötig zu streiten.
Drei Tage bevor die Niedersachsen-Wahl in die Hose gegangen ist, veröffentlichte Microsoft eine Pressemitteilung, in der sie die Ergebnisse einer von ihnen in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage vorstellen und kommentieren.
Diese ergab:
“Bei der Bundestagswahl in diesem Jahr würden 51 Prozent der Deutschen ihre Stimme über das Internet abgeben, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Unter den sogenannten Digital Natives, also in der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen, würden sogar 65 Prozent online wählen. Außerdem möchten sich fast zwei Drittel der Bundesbürger im Internet an politischen Diskussionen oder Abstimmungen beteiligen. Und jeder dritte Deutsche glaubt an E-Partizipation als Mittel gegen Politikverdrossenheit.”
Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal, dass 51% der Wahlberechtigten gut finden, trotzdem schaffen wir es nicht die entsprechenden Technologien voran zu bringen.
Wir blockieren uns ständig selbst,
- durch Endlos-Diskussionen um Personen (egal ob BuVo, LaVo, oder wen auch immer)
- durch Bedenken bei der Ausweitung der eigenen Tools (auf die wir eigentlich so stolz sind)
- durch Wortklauberei bei der Formulierung neuer Positionen und Programmpunkte
Wir sind gewählt worden, weil wir anders waren, wir sind gewählt worden, weil wir nicht auf alles eine Antwort hatten, wir sind gewählt worden, weil man mit uns die Hoffnung verband, dass wir es anders machen. Jedoch haben wir es nicht anders, sondern wie die anderen gemacht, nein sogar noch schlimmer, wir haben es noch mehr verbockt, wir haben gedacht, wir sind jetzt “wer” und die wählen uns ja sowieso, weil wir so offen und so ehrlich sind. Das war ein Irrtum. Wir waren zu selbstsicher, wir haben den Leuten zu wenig unser Programm verkauft und wir haben es nicht verstanden durch die Medien unsere Ideen zu transportieren. Wir haben die Chance das jetzt zu ändern. Fassen wir uns alle selbst an die Nasen, kehren wir vor unserer eigenen Haustür, machen wir unsere Hausaufgaben. Diese Umfrage zeigt, wir haben einen klaren Auftrag, diese Welt weiter zu entwickeln, die Mitbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen auf diesem Planeten voran zu treiben und so eine Gesellschaft zu schaffen, in der wirklich jeder das gleiche Recht hat zu leben und mit zu bestimmen.
Die internationalen Piratenparteien beweisen, wir sind auf dem richtigen Weg. Es ist die größte politische Bewegung weltweit und so etwas gab es, meiner Meinung nach, bisher noch nie. All diese Piraten haben die selben Grundsätze.
Das ist einfach der Hammer.
Wie sagte Lola Voronina in ihrer Rede auf dem BPT 11.2:
Wir Piraten hier in Deutschland sind im Moment das Flaggschiff dieser globalen Bewegung von Freiheitskämpfern.
Können wir uns dann jetzt bitte auch so benehmen!
Natürlich muss sich einiges ändern, es ist viel falsch gelaufen in den letzten Monaten, aber all das bietet uns die Chance jetzt aufzuwachen und Fehler zu korrigieren und nicht erst nach dem Bundestagswahlkampf. Der Kater nach einer verlorenen Bundestagswahl wäre viel größer als der jetzige. Dieses Jahr ist noch eine Landtagswahl und die besagte BTW, zwei Chancen uns neu zu erfinden und den Wählern glaubhaft zu machen, dass wir ihren Schuss vor den Bug verstanden haben.
Arbeiten wir unsere Tools aus, auch wenn sie vielleicht nicht auf Anhieb funktionieren.
Lasst uns die Menschen mitnehmen, erklären wir ihnen wieder was wir wollen, statt zu sagen: “Wir haben da ein Programm, da ist alles so toll ausformuliert wie bei den Anderen, so dass es keiner versteht und deswegen auch nicht liest, aber hier ist der Link.”
Diese bittere Niederlage hat Wunden verursacht, vor allem bei den niedersächsischen Piraten, die mir unendlich Leid tun, weil sie den Mist der Partei jetzt ausbaden müssen.
Danke für euren unerbittlichen Einsatz und euren tollen Wahlkampf. Das hattet ihr nicht verdient. Aber so ist es nunmal, hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter machen.
Gehen wir es an, wir sind die “Partei des 21.Jahrhunderts” lasst uns die Demokratie ins 21. Jahrhundert kattapultieren. Bauen wir endlich unsere Abstimmungstools in unsere Arbeit ein und probieren wir sie aus. Denn nur wenn wir sie testen und rausfinden, was geht und was nicht, können wir sie weiter entwickeln. Ich weiß, dass Wahlen übers Internet wohl nie stattfinden werden, aber lasst uns die Mitbestimmungstools entwickeln, mit denen man zumindest Meinungsbildungsprozesse unterstützen und voran treiben kann.
Auch nach dieser Niederlage und all den Querelen in den letzten Monaten, nach persönlichen Streitereien mit Piraten die nicht meiner Meinung sind und anderen komischen Ereignissen, bin ich dennoch stolz in dieser Partei zu sein und sie bei ihrer Entwicklung hautnah mitzuerleben.
I´m proud to call myself a pirate!!!
Der Auftrag ist klar! Gehen wir es an Piraten!
ARRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR





